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Zweite Halbzeit verschlafen

Eine verdiente 0:2-Niederlage mussten unsere Männer beim BFC Tur Abdin einstecken. Dabei sah das zu Beginn des Spiels noch ganz anders aus.

Bereits nach wenigen Sekunden wurde ein Spielzug über Mikail Vural, Ibrahima „Ibo“ Cisse und Onur Güzer gefährlich in den gegnerischen Strafraum gespielt. Dort fehlten Ibo jedoch wenige Zentimeter, um an den Ball heranzukommen. Keine fünf Minuten später war es wieder Meteor, das gefährlich vor das gegnerische Tor kam. Einen Freistoß Onur Güzers verpasste aber erneut Ibo nur knapp.

Kurz darauf dann aber auch der erste Angriff der Heimmannschaft. Ex-Profi Tomislav Vranjic im Tor der Gäste schlug einen seiner vielen Manuel Neuer gleichen Abschläge bis in unseren Strafraum hinein. Dort bekam Meteor den Ball nicht richtig raus, sodass Welton Pereira Dos Santos von der Strafraumgrenze zum Abschluss kam. Sein Schuss verfehlte das Tor jedoch denkbar knapp.

Das zu diesem Zeitpunkt noch gute Bezirksligaspiel war in der ersten Halbzeit noch recht ausgeglichen. Tur Abdin kam immer wieder über die schnellen Alhassane Kante und Welton Pereira zu gefährlichen Angriffen. Auf der anderen Seite wurde es immer dann gefährlich, wenn Meteor zu Standardsituationen kam. So auch in der 21. Minute, als Hakan Cankaya seinen Freistoß zwar in die gegnerische Mauer schoss, Nidal Swaidan den Nachschuss aber volley aufs Tor knallte, wo Vranjic aber den Ball mit einer schönen Flugeinlage klären konnte.

Nach einer guten halben Stunde hatte aber auch Tolga Ilgin die Chance sich auszuzeichnen. Nach einem schnell gespielten Angriff flankte Pereira den Ball flach vor den Kasten, wo Tolga gerade noch so vor dem einschussbereiten Waled Enani retten konnte.

Nur zwei Minuten später war es wieder eine Standardsituation, die Meteor gefährlich machte. Hakan Cankayas Freistoß wurde aber vom starken Heimkeeper bravourös aus dem Winkel geboxt. Aus der folgenden Ecke entstand die größte Chance vor der Pause, jedoch für Tur Abdin. Die Ecke wurde abgefangen und nach einem Konter brachte Serkan Öztürk eine Flanke genau auf den mitgelaufenen Pereira, der jedoch das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus drei Metern freistehend über das Tor zu schießen.

Die letzte Chance vor der Pause gehörte aber wieder Meteor. Yasin Hamlecioglu zielte jedoch nicht genau genug und sein Schuss aus 20 Metern verfehlte knapp den gegnerischen Kasten.

Was dann in der zweiten Halbzeit geschah, lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Meteor stellte komplett das Fußballspielen ein. Fehlpass folgte auf Fehlpass. Zweikämpfe wurden nur noch vom Heimteam bestritten – die Spannung war komplett raus aus dem Team. Und so dauerte es nicht lange, bis Tur Abdin ihren Nutzen daraus ziehen konnten.

Ilias-Harris Bingker schlug einen Freistoß in der 49. Minute von der Mittellinie in den Strafraum der Meteoriten. Die versuchte Klärung geriet aber zu kurz und Marc Ismail schoss den Ball von der Strafraumgrenze zum 1:0 ins Tor unserer 06er. Und damit nicht genug, nur fünf Minuten konterte sich Tur Abdin durch Marc Ismail und Roy Hanisch bis an unseren Strafraum heran. Die flache Hereingabe konnte der in der Mitte freistehende Waled Enani problemlos zum 2:0 verwandeln.

Wer nun dachte, dass nun nochmal ein Ruck durch unser Team gehen sollte, der sah sich getäuscht. Und Tur Abdin wurde immer Selbstbewusster. Gut zu sehen war das nach einer knappen Stunde, als Ismail den Ball raus auf Andreas Ntagas spielte und dessen anschließende Flanke per Seitfallzieher auf unser Tor brachte. Tolga stand aber richtig und konnte die Chance vereiteln.

Keine fünf Minuten später dribbelte sich Pereira durch unsere komplette Abwehr, zielte aber im Anschluss zu hoch.
Und auch die nächste Chance gehörte Tur Abdin. Roy Hanisch und Waled Enani kombinierten sich durch unsere Hintermannschaft, Tolga Ilgin konnte gegen den freistehenden Enani aber stark parieren. Überhaupt, Die Offensive der Heimmannschaft um Kante, Pereira und Enani brachten unsere Hintermannschaft ein ums andere Mal in die Bedrängnis. Auch zehn Minuten vor dem Abpfiff hätte einer der drei, nämlich Enani, das Ergebnis noch ausbauen können. Ferhat Cinar ging aber in höchster Not mit einer starken Grätsche dazwischen und verhinderte gerade noch so den Torabschluss.

Als nur noch fünf Minuten auf der Uhr waren, gab es dann doch noch so etwas wie ein Lebenszeichen von Meteor. Nidal Swaidan wollte den in der Mitte durchstartenden Ibo Cisse anspielen. Seine Flanke wurde jedoch immer länger und klatschte schließlich gegen den Pfosten. Den Nachschuss, der zugegebener Weise schwer zu nehmen war, schoss Ibo aus einem Meter neben das Tor. Da wäre das Spiel fast noch einmal spannend geworden. Und wer sich an das Spiel gegen Köpenick erinnert, der weiß auch, dass wir grundsätzlich die Qualität im Kader haben, auch noch in fünf Minuten ein Spiel zu drehen.

Hierzu bedarf es allerdings einiger Tugenden, von denen in der zweiten Halbzeit leider keine zu sehen waren. Und so gehörten die letzten nennenswerten Szenen noch einmal der Heim-Elf.

In der 88. Minute parierte erneut Tolga gegen den freistehenden Enani, bevor er in der Nachspielzeit auch noch gegen Ntagas, der einen weiten Abschlag Vranjics volley nahm, entschärfte.

Schlussendlich gewann Tur Abdin aufgrund der zweiten Halbzeit verdient mit 2:0. Für unser Team heißt es nun Wunden lecken und danach wieder aufzustehen. Und wenn das nächste Mal der Teamgedanke wieder im Vordergrund steht, wird sich auch wieder der Erfolg einstellen.

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