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An der Sensation geschnuppert

Meteor zeigt im Pokalspiel eine bärenstarke Teamleistung und kann trotz knapper 0:1-Pokalniederlage gegen Berlinligisten Spandauer Kickers erhobenen Hauptes in die Woche starten.

Von Beginn an war ein spielerischer Klassenunterschied kaum auszumachen. Einzig im physischen Bereich hatte SpaKi den einen oder anderen Vorteil. Bei zwei Klassen Unterschied sollte das aber auch nicht weiter verwundern.

Und so kam es, dass die Spandauer zwar zunächst überwiegend im Ballbesitz waren, sich an der starken Weddinger Defensive, um die Innenverteidiger Irfan Yetim und Smatty Ziyed, aber meist die Zähne ausbissen.

Nur zwischen der zehnten und zwanzigsten Minute kam das Gästeteam einige Male gefährlich nahe vor das Weddinger Tor. Allerdings gingen diese Angriffe entweder am Tor vorbei oder wurden von Mustafa Demir, verletzungsbedingte Leihgabe aus unserer zweiten Garde, sicher pariert.

Nach vorne ging für das Heimteam zunächst nicht viel. Meteor konzentrierte sich auf die Verteidigung und versuchte immer mal wieder kleine Stiche durch Konter zu setzen. Gegen Ende der ersten Halbzeit wäre diese Taktik auch fast erfolgreich gewesen. Ibrahima „Ibo“ Cisse, der zu Beginn der Partie noch etwas neben sich stand, kam nun immer besser ins Spiel und brachte die Spandauer Defensive immer wieder in Bedrängnis. Zunächst holte er sich in der 39. Minute im Mittelfeld durch einen sauber geführten Zweikampf den Ball und schickte Fredy Balde steil über den Flügel. Der rannte gleich zwei Gegenspielern davon, drang in den Strafraum ein und legte zurück auf den mitgestürmten Ibo, der wiederum den Ball nur knapp verfehlte.

Nur drei Minuten später rettete Nidal Swaidan im letzten Moment mit einer Grätsche gegen den einschussbereiten Jack Krumnow, nach einer flachen Hereingabe durch Dominik Dampke. Im direkten Gegenzug war es wieder Ibo, der sich den Ball ergattern konnte, in den Strafraum eindrang und aufs gegnerische Tor schoss. Ein Verteidiger hatte aber noch den Fuß dazwischen und so ging der Ball ins Toraus zur Ecke.

Und auch die letzte Chance vor der Pause gehörte noch einmal Meteor. Einen Einwurf von Irfan Yetim nahm Ibo mit der Brust herunter, drehte sich um seinen Gegenspieler und schoss den Ball aufs kurze Ecke. Nils Gardeike im gegnerischen Kasten machte aber ein gutes Spiel und hielt den Ball sicher fest.

War in Halbzeit eins noch Spandau das spielbestimmende Team, war Meteor in der zweiten Halbzeit nahezu auf Augenhöhe. So dauerte es fast bis zur 60. Minute, bis ein Team zu einem Torabschluss kam. Fredy Balde kam nach einem Einwurf von Ferhat Cinar an den Ball, jagde ihn aber zentral über den Kasten.

Gute fünf Minuten später hatte auch der Gast seine erste Möglichkeit in Halbzeit zwei. Okan Tastan konnte sich auf der Außenbahn durchsetzen und den Ball flach zu Dominik Dampke spielen. Der schoss den Ball jedoch freistehend am Tor vorbei.

Chancen waren nun auf beiden Seiten Mangelware. Meteor hielt hinten weiter bombendicht und auch Spandau ließ nicht viel anbrennen. Erst zehn Minuten vor dem Abpfiff wurde es wieder brenzlig vor den Toren.

Nachdem Irfan Yetim in der 81. Minute einen Freistoß direkt auf den Mann zirkelte, hatte anderthalb Minuten später Spandau seine größte Chance bis zu diesem Zeitpunkt. Jack Krumnow hatte Christoph Schikowski steil geschickt. Seinen Schuss aus fünf Metern konnte Mustafa Demir allerdings festhalten.

Im direkten Gegenzug dribbelte sich Yasin Hamlecioglu durch drei Gegenspieler durch und schickte Ibo steil. Der war frei durch und stand fünf Minuten vor dem Abpfiff völlig frei vor dem gegnerischen Kasten. Als die Ersten schon beinahe den Torschrei auf den Lippen hatten, zielte er leider zu genau und setzte den Ball zehn Zentimeter neben das Tor.

In den letzten fünf Minuten merkte man den Gästen an, dass sie auf keinen Fall in die Verlängerung wollten. Mit voller Kapelle drückten sie das Heimteam in die eigene Hälfte. Eine Torchance ließe die Verteidigung Meteors aber nicht mehr zu.

Als Schiedsrichter Robin Becker nach 90 Minuten abpfiff, hatte Meteor bereits die erste Überraschung geschafft. 0:0 nach 90 Minuten gegen einen Berlinligisten – das zeugt von einer grandiosen Teamleistung.

In der Verlängerung zeigte sich immer mehr, dass die Gäste konditionelle Vorteile hatten. Immer wieder rollten nun Angriffe aufs Heimtor. In der 97. Minute war es erneut Nidal Swaidan, der nach Hereingabe durch Maurice Engst, kurv vor seinem einschussbereiten Gegenspieler retten konnte. Nur zwei Minuten darauf spielte Dominik Dampke einen Pass zu Alex Riedel, der zentral aus 16 Metern zum Abschluss kam, den Ball aber über das Tor schoss. Nur Sekunden später rettete Hasan Ulusan mit einer hummelsartigen-Grätsche im letzten Augenblick Meteor vor dem Rückstand.

Aber auch Meteor kam noch zu seinen Chancen. In der 102. Minute schickte Yasin erneut Ibo steil, der den Torwart ausspielte, dann aber nur das Außennetz traf. Kurz darauf legte der an diesem Tag wirklich agile Ibo Cisse den Ball auf Onur Güzer, der allerdings knapp zu hoch zielte.

In der 108. Minute war es dann aber doch passiert. Das erste Mal in diesem Spiel schaffte es Meteor nicht eine Ballstafette der Spandauer zu klären. Alex Riedel kam in der Folge an den Ball und schoss ihn aus rund 16 Metern unhaltbar ins Tor der Weddinger.

Aber aufgeben kam für das Team von Trainer Tobias Loeffler nicht in Frage. Irfan Yetim versuchte in der 114. Minute mit einem harten Freistoß den Ausgleich zu erzwingen. Torhüter Gardeike bekam allerdings die Hände dazwischen und rettete zur Ecke.

Auf der anderen Seite durfte auch Mustafa Demir nochmal seine ganze Klasse zeigen, als Maurice Engst den Ball schon am Torhüter vorbei aufs Tor gezirkelt hatte. Mustafa machte sich aber ganz lang und kratzte den Ball noch von der Linie.

Die letzte Chance des Spiels hatte aber noch einmal Meteor. Und was für eine Chance das war. Yasin legte einen Ball raus auf Irfan, der sich über Außen in den Strafraum tankte und den Ball zurück auf Ibo legte. Heute sollte ihm aber kein Treffer mehr gelingen und so ging auch dieser Ball knapp über den Kasten.

Kurz darauf war nach einem intensiven, aber größtenteils fairen Spiel Schluss und Meteor nur knapp an der Sensation vorbeigeschlittert. Aus diesem Grunde überwog am Ende auch der Stolz auf die gezeigte Leistung über die Trauer des Ausscheidens. Nahezu das gesamte Team hat heute alles gegeben und hätte sich am Ende vielleicht auch den Sieg verdient gehabt. Nichtsdestotrotz – Meteor kann auf diese Leistung aufbauen und sich auf die angehenden Aufgaben freuen.

Unseren Gästen, den Spandauer Kickers, gratulieren wir auf diesem Wege zum Erreichen der nächsten Pokalrunde und wünschen für die Zukunft alles Gute.

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