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Mit viel Moral zum Heimsieg

In einem verrückten Spiel dreht Meteor in der Schlussphase auf und gewinnt gegen den SV Blau-Gelb Berlin, nach 1:3-Rückstand, noch mit 4:3.

Der Sommer ist vorbei und der Herbst ist eingezogen. Bunte Blätter säumten den Platz und wurden vom fleißigen Dennis David noch vor Anpfiff vom Platz gefegt. Anders sah es bei unseren Gästen aus Weißensee aus. Mit vielen jungen und fitten Spielern angereist, war man gar nicht darauf aus, sich durch Meteor vom Platz fegen zu lassen. Und so begann Blau-Gelb auch direkt mit einem Offensivpressing, das es Meteor schwer machte, sich vernünftig über den Platz zu kombinieren.

Es dauerte bis zur elften Spielminute, bis ein Team das erste Mal die Chance zur Führung hatte. Der am Sonntag als Meteor-Kapitän aufgelaufene Onur Güzer schlug einen weiten Ball auf die Brust von Ibrahima “Ibo” Cisse, der im Anschluss den Ball zwar über Kevin Merting im Gäste-Kasten, aber auch über das Tor lupfte.

Zwei Minuten darauf spielte Blau-Gelb ganz groß auf. Mit einem schnellen Kombinationsspiel über Soeren Hänelt und der Nummer 20, gelangte der Ball auf direktem Wege zu Tom Bittner, der freistehend zur überraschenden 1:0-Gästeführung einschieben konnte.

Auf der anderen Seite dribbelte sich Fredy Balde durch die halbe gegnerische Abwehr und steckte den Ball stark auf Ibo durch, der mit seinem Abschluss aber nur das Außennetz traf.
Ansonsten gab es in den ersten 40 Minuten nicht viel zu berichten. Meteor machte das Spiel, ohne sich aber größere Chancen zu erspielen Blau-Gelb spielte gut mit.

Das änderte sich allerdings in den letzten fünf Minuten vor der Pause. Plötzlich begann die Heimelf die Gäste regelrecht einzuschnüren. Auch Torhüter Merting wurde ordentlich warmgeschossen. Aber weder Onur Güzer, Yasin Hamlecioglu, noch Kenney Sey brachten mit ihren Versuchen die Kugel im gegnerischen Kasten unter.

Mit dem letzten Angriff vor der Pause gelang Meteor schließlich der verdiente Ausgleich. Fredy Balde hatte sich 30 Meter vor dem Tor den Ball erkämpft und Irfan Yetim auf die Reise geschickt. Der drang in den gegnerischen Strafraum ein und knallte den Ball aus spitzem Winkel aufs Tor. Der Rettungsversuch der Blau-Gelben geschah erst hinter der Linie und so ging das Spiel mit einem 1:1 in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Meteor da weiter, wo man in der ersten Hälfte aufhörte – mit jeder Menge Zug nach vorne. So hatten die Gastgeber nach nur fünf gespielten Minuten bereits drei Ecken und einen Lattenknaller von Bahadir Katirci auf der Haben-Seite, ein Tor sollte jedoch zunächst nicht gelingen.

Das gelang jedoch, zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend, den Ostberliner Gästen. Nach einer Ecke bekam Meteor den Ball nicht weit genug aus dem eigenen Strafraum geklärt und Tom Bittner erzielte mit seinem Treffer der Kategorie Tor-des-Tages, aus gut 20 Metern die erneute Gästeführung.

Und für die Gastgeber wurde es noch schlimmer. Nur fünf Minuten später war ein Gästespieler, nach einem katastrophalen Fehlpass Meteors, frei durch und wurde nach Bewertung des Schiedsrichters regelwidrig durch Tolga Ilgin im heimischen Strafraum gelegt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Tom Gericke sicher zum 1:3.

Aber wenn man Meteor schon in der vergangenen Saison eines zu Gute halten konnte, dann das, dass sich die Mannschaft niemals aufgibt. Auch an diesem Sonntag war es wieder soweit. Die Spieler bildeten eine Einheit und versuchten den schnellen Anschluss zu schaffen. Und nur fünf Minuten später war es soweit. Der eingewechselte Hakan Cankaya schlug einen Freistoß in den gegnerischen Strafraum und fand in Ibo einen guten Abnehmer. Der köpfte den Ball in die Mitte des Strafraumes, wo Mikail Vural zum 2:3 einschießen konnte.

Und Meteor war nun heiß. Angriff um Angriff rollte nun aufs von Kevin Merting gehütete Tor. Allerdings kamen die Weddinger meist nur bis zur Strafraumgrenze, dahinter stand eine gut gestaffelte Blau-Gelbe Wand. Und so waren es mal wieder Standards, die das Mittel zum Erfolg waren.

Nach einem Freistoß Hakan Cankayas legte Mikail Vural den Ball per Kopf auf Irfan Yetim weiter, der freistehend aber am starken Reflex des gegnerischen Torhüters scheiterte.
Zehn Minuten vor Spielende klappte das dann besser. Dieses Mal durfte Onur einen Freistoß schießen. Sein gelupfter Ball erreichte Irfan Yetim. Der an diesem Tage beste Mann auf dem Platz vollendete zum vielumjubelten Ausgleich.

Kurz darauf musste Gästespieler Marvin Vogler, der eine Viertelstunde vorher verwarnt worden war, mit Gelb-Rot vom Platz. Überhaupt war das Spiel von Blau-Gelb in der zweiten Halbzeit von einer fast ungesunden Zweikampfhärte geprägt. Sechs Gelbe Karten und eine Gelb-Rote in 45 Minuten sprechen eine deutliche Sprache.
Fast wäre Meteor in der 83. Minute sogar in Führung gegangen, wenn Hakan Cankaya nicht mit einem direkten Freistoß am Lattenkreuz des gegnerischen Kastens gescheitert wäre. Von dort sprang der Ball noch auf die Torlinie, der Ball konnte jedoch noch zur Ecke geklärt werden.

Und diese hatte es in sich. Musste beim Freistoß der Jubel noch auf sich warten lassen, wurde er nun umso größer. Hakan Cankaya schlug die Ecke genau auf den glattrasierten Schädel von Ibo Cisse. Der kopfballstarke Stürmer bewies einmal mehr seine Lufthoheit und vollendete zum 4:3-Siegtor Meteors. Anschließend war nur noch Jubel. Ibo verschwand in der feiernden Spielertraube und allen Verantwortlichen war die Erleichterung anzusehen.

In den letzten fünf Spielminuten musste Tolga Ilgin noch einmal kräftig zupacken, kurz darauf pfiff Schiedsrichter Ahmet Yavsan aber ab, so dass Meteor auch sein drittes Saisonheimspiel letztendlich verdient für sich entscheiden konnte.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es dennoch auf Seiten Meteors. In der ersten Halbzeit musste Nidal Swaidan, vermutlich schwerer verletzt, ausgewechselt werden. Auch auf diesem Wege wünschen wir Nidal eine gute Besserung und eine schnelle Genesung!

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