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Ungarnstraße bleibt Meteor-Terrain

Auch im neunten Heimspiel in Serie bleibt Meteor auf dem Sportplatz Ungarnstraße punktverlustfrei.
Gegen den Tabellenvierten Anadoluspor Berlin gewinnen die Weddinger, vor allem aufgrund einer überragenden ersten Hälfte, verdient mit 5:1.

Meteor-Trainer Tobias Loeffler muss bei seiner Ansprache vor dem Spiel die richtigen Worte gefunden haben. Anders ist kaum zu erklären, wie stark die Heimmannschaft von Beginn an die Gäste unter Druck setzen konnte. Bereits nach etwas mehr als 60 Sekunden prüfte Bahadir Katirci den Schlussmann der Kreuzberger mit einem starken Volleyschuss, den dieser aber gerade noch so zur Ecke abwehren konnte. Nur vier Minuten später traf Irfan Yetim per Freistoß nur das Aluminium des Anadolu-Kastens, Samet Yazici konnte anschließend im letzten Moment noch von seinem Gegenspieler daran gehindert werden zum 1:0 abzustauben.

Das fiel dann nur 60 Sekunden später, als Ziyed Smatty einen weiten Ball auf Hakan Cankaya spielte und dieser anschließend aus vollem Lauf von der Strafraumgrenze abzog und den Ball unhaltbar zur Meteorführung in den Winkel drosch.
Wer nun dachte, dieses Tor war ein Weckruf für Anadoluspor sah sich getäuscht. Trotz Unterstützung vieler mitgereister Fans waren die Gäste nicht in der Lage das Spiel an sich zu reißen. Viel mehr baute Meteor immer mehr Dominanz auf und wurde nur fünf Minuten nach der Führung mit dem 2:0 belohnt. Nach schnellem Kombinationsspiel zwischen Özkan Sarac und Hakan Cankaya ging letztgenannter auf den Flügel und schlug eine scharfe Flanke in den gegnerischen Strafraum. Weder Freund noch Feind kamen an den Ball und so landete dieser an der linken Strafraumseite bei Hasan Ulusan, der den Ball anschließend schön zum 2:0 ins gegnerische Tor drehen konnte.

Dann endlich, nach knapp 20 Minuten, auch das erste Lebenszeichen vom Gast von der Lohmühleninsel. Nach einem schnellen Umschaltspiel träumte Meteor und ein Gästekicker rannte alleine auf das Tor von Tolga Ilgin zu. Dieser kam aber vorausschauend aus seinem Kasten gestürmt und klärte im letzten Augenblick vor dem einschussbereiten Stürmer. Überhaupt, wenn die Gäste mal gefährlich wurden, dann stets über schnelle Konter. Allen voran war es Taha Turan, der mehrfach den Anschlusstreffer auf dem Fuß hatte, jedoch immer wieder im letzten Moment gestört werden konnte.

Spielerisch jedoch war Meteor in dieser ersten Halbzeit um Längen besser. Ibrahima Cisse per Kopf knapp vorbei, Onur Güzer ans Aluminium, Hakan Cankaya Zentimeter am Winkel vorbei, nochmal Hakan Cankaya an den Innenpfosten – Meteor hatte nun Chancen im Dreiminutentakt. Erst in der 40. Spielminute belohnten sich die Ungarnstraßler erneut. Mit einem hohen Pass wechselte Onur das Spielgeschehen von der rechten auf die linke Seite. Dort kam Hasan Ulusan an den Ball, spielte ihn direkt weiter zu Samet Yazici, der eine mittelhohe Flanke in den Strafraum Anadoluspors schlug. Dort war Top-Torjäger Ibo Cisse per Hechtkopfball zur Stelle und vollendete zum 3:0-Halbzeitstand.

Zugute halten musste man den Gästen aber, dass sie sich nun nicht aufgaben. Kämpferisch kamen sie aus der Kabine und hatten nach gespielten fünf Minuten bereits zwei gute Torabschlüsse. Meteor brauchte nun etwas Zeit, um sich an einen nun aktiver agierenden Gegner zu gewöhnen und so fiel in der 54. Minute schließlich auch der folgerichtige Anschlusstreffer. Nach einer Ecke kam Ahmed Karimi zum Kopfball und vollendete am chancenlosen Ilgin vorbei zum 1:3.

Anadolu wollte nun mehr und war heiß. Etwas zu heiß allerdings, denn Zweikämpfe wurden nun in einer grenzwertigen Härte geführt. Nach einem erneuten Foulspiel der Gäste kochten die Emotionen auf beiden Seiten kurz hoch. Schiedsrichter Claudio Welzer, der sehr englisch pfiff, handelte in dieser Situation aber besonnen und zeigte den beiden Hauptakteuren die gelbe Karte. Für Anadolus Ömer Karapiner war es jedoch bereits die zweite und so befanden sich anschließend nur noch zehn Gästespieler auf dem Platz. Die hatten sich nun aber wieder beruhigt und auch Meteor, inzwischen zweitfairste Mannschaft der Liga, spielte ruhig weiter und kam nun selbst wieder zu Angriffen aufs gegnerische Tor.

20 Minuten vor dem Abpfiff fiel dann auch die endgültige Entscheidung. Einen Freistoß Hakan Cankayas verwandelte Ibo Cisse mit seinem zweiten Kopfballtreffer zum 4:1. Und zehn Minuten später konnte sich auch Cankaya selbst noch einmal in die Torschützenliste eintragen. Nach einer guten Einzelleistung von Nidal Swaidan schickte dieser Hakan in den Strafraum der Kreuzberger. Der bedauernswerte Patrick Schmidt im Kasten der Gäste hatte beim flachen Torabschluss von Meteors Nummer 14 keine Chance. 5:1 – so einfach kann es gehen.

Nach seinem Dreierpack am vergangenen Wochenende wollte sich Hakan Cankaya, der nun in zwei Rückrundenspielen nur einmal weniger getroffen hat als in der gesamten Hinrunde, auch dieses Mal wieder dreifach in die Torjägertabelle eintragen. Einen Chipball Onur Güzers in den gegnerischen Strafraum versuchte Hakan seinerseits über den herausstürzenden Torwart in die Maschen zu heben. Beim Versuch blieb es, erneut war das Aluminium im Weg.

In den letzten fünf Spielminuten passierte nichts Aufregendes mehr und so pfiff der Schiedsrichter nach drei Nachspielminuten beim Spielstand von 5:1 für Meteor das Spiel ab.

Nach dem mauen Hinspiel hat Meteor am Sonntag gezeigt, wie richtig schöner Bezirksligafußball geht. Die zahlreichen anwesenden Fans, sofern sie denn zu Meteor hielten, konnten zufrieden nach Hause gehen.

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