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Wildes Spiel im Friedrichshain

Meteor gewinnt in einem torreichen Spiel mit 5:3 beim VFB Berlin 1911.
Von Beginn an versuchten die Hausherren die Weddinger offensiv anzugreifen und auf die frühe Führung zu drängen. Nach nur wenigen Sekunden zeichnete sich Tolga Ilgin bereits erstmals aus, als er im eins gegen eins gegen einen durchgebrochenen Heimspieler vereiteln konnte. Aber damit nicht genug. Die Weddinger Gäste kamen zunächst gar nicht ins Spiel, so dass es nach nicht einmal 180 gespielten Sekunden die nächste einhundertprozentige Torchance für die Friedrichshainer gab. Sahar Hassib Zarinwall war durch die Meteor-Verteidigung gebrochen, umspielte Tolga und schob den Ball aufs leere Tor. Ein zurückgeeilter Meteor-Verteidiger konnte den Ball aber noch vor der Linie klären.

Dann aber begann das Heimteam Geschenke zu verteilen. Nach einem schlecht getimten Pass der Gastgeber spritzte Yasin Hamlecioglu dazwischen, lief sich noch zwei Meter frei und zog den Ball dann wunderschön zur 1:0-Meteor-Führung in den gegnerischen Kasten. Nur zehn Minuten später fast die gleiche Situation. Dieses Mal spielten die Friedrichshainer den Ball allerdings zu Onur Güzer, der daraufhin Übersicht bewies, an der Strafraumgrenze Yasin Hamlecioglu stehen sah und diesen mit einem Querpass gut in Szene setzte. Yasin, der einen Sahnetag erwischt hatte, erzielte mit seinem zweiten Torschuss sein zweites Tor und brachte seine Farben mit 2:0 in Führung.

Die Gastgeber zeigten sich weiter großzügig und waren auch am dritten Treffer der Gäste nicht ganz unbeteiligt. Erneut war es Yasin, dieses Mal gewann er gegen den letzten Mann den entscheidenden Zweikampf, der die Torsituation heraufbeschwor. Keine 25 Minuten waren gespielt, als er ungehindert in den Strafraum eindringen konnte, dort aber regelwidrig vom gegnerischen Torhüter gelegt wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ibrahima “Ibo” Cisse sicher zum 3:0. Es konnte einem Angst und Bange werden um die Heimmanschaft. Zu leicht wurden die Meteoriten, die selber einige Schwierigkeiten mit ihrem Spielaufbau hatten, in Szene gesetzt. Spielerisch konnten die Gäste aus dem Wedding jedoch nur selten überzeugen. Einmal aber gab es doch eine Demonstration, wie an der Ungarnstraße Fußball zelebriert wird. Nach einer guten halben Stunde kombinierten sich Özkan Sarac, Samet Yazici und Ibrahima Cisse bis in den gegnerischen Strafraum, wo Ibo eine Flanke Samets direkt im Sprung über Michael Gurzan im VFB-Tor lupfen wollte. Gurzan aber konnte den Ball mit einer sensationellen Parade noch aus dem Tor wischen und hielt seine Männer im Spiel.

Und das war auch gut für die Gastgeber, die sich nun immer weniger eklatante Abspielfehler leisteten. In der 40. Minute war dann Meteor selbst dran mit dem Verteilen von Geschenken. Nach einem Abspielfehler an der Mittellinie kamen die Gastgeber in die Strafraumnähe. Dort standen zwar ausreichend Gästeverteidiger, Patrick Piechaczek wurde dennoch sträflichst alleine gelassen. Seinen Torschuss konnte Tolga Ilgin zwar noch etwas ablenken, der Ball landete aber zum 1:3 im Tor.

Kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit hatte wiederum Yasin die Riesenchance einen Dreierpack zu schnüren, scheiterte aber am erneut sensationell parierenden Michael Gurzan.

Wenn man den Gästen etwas zugutehalten wollte, dann das dass sie sich nie hängen ließen. Auch in der zweiten Halbzeit hatte es Meteor schwer sich gegen eine kompakt stehende Mannschaft Chancenvorteile herauszuspielen. So dauerte bis zur 61. Minute, bis überhaupt etwas Gefahr aufkam. Dann aber gleich richtig. Einen Freistoß aus dem Halbfeld schlug Hakan Cankaya direkt auf den völlig freistehenden Hasan Ulusan, der den Ball mit dem Kopf zum mitgelaufenen Ibo Cisse passte. Dieser, für seine Kopfballstärke bekannt, hatte keine Probleme damit den Ball zum 4:1 in den gegnerischen Kasten zu köpfen.

Drei Minuten später kamen die Gäste aber wieder zurück. Durch den schönsten Treffer des Tages, Kapitän John Klaucke fasste sich aus 20 Metern ein Herz und hämmerte den Ball unhaltbar in den Winkel, kamen die Friedrichshainer wieder auf 2:4 heran. Spielerisch aber ging auf beiden Seiten nicht viel, die Heimmannschaft versuchte defensiv gut zu stehen und über schnelles Umschaltspiel die Meteoriten auszukontern, die Weddinger versuchten anzugreifen, bekamen aber oft nicht den richtigen Zug ins Spiel.

Zug hatte allerdings Fredy Balde. Nach langer Verletzungspause konnte er endlich wieder seine ersten Minuten auf dem Platz verbringen. Und dort zeigte er gleich, dass er für Meteor wieder eine echte Bereicherung sein kann. Nachdem er zweimal über außen seinem Gegenspieler davongelaufen war, den folgenden Querpass aber noch ins Nirwana schickte, war er im dritten Anlauf erfolgreicher.
Onur Güzer wurde auf der Außenbahn gefoult, schaffte es aber dennoch Ferhat Cinar steil zu schicken. Der passte den Ball zu Ibo, welcher wiederum Fredy Balde in Szene setzen konnte. Der Flügelstürmer schoss den Ball anschließend zur 5:2-Auswärtsführung ins Tor.

Damit aber noch nicht genug. Auch die Gäste kamen nochmal zum Jubeln. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff flankte Kapitän John Klaucke einen Freistoß in den Meteor-Strafraum. In der Mitte kam nur Nicklas Hendrik Dühring an den Ball, der diesen zum 3:5-Endstand über die Linie drücken konnte.
Sieben Minuten später pfiff Schiedsrichter Christian Gaebler eine seltsame Partie ab.

Richtig schönen Fußball boten beide Mannschaften nicht, für die Zuschauer gab es trotzdem jede Menge Tore zu sehen. Am Ende zählen die drei Punkte und die Tatsache, dass Meteor nun auch im dritten Rückrundenspiel fünf Tore erzielen konnte. Wer als viel Grund zum Jubeln haben möchte, der kommt am besten sonntags zu Meteor!

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